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Die Geschichte vom Wasser das Wein hätte sein sollen

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In den vergangenen Wochen führte ich mit verschiedensten Menschen so einige Gespräche und Diskussionen über meine (politische) Weltanschauung. Das bringt eine Kandidatur für ein Amt wie der Grosse Rat mit sich. So komme ich im Moment kostenlos und einfach so zu Selbstreflexionen und Argumentationstrainings.

Ein Thema, das dabei immer wieder aufkam, das war die Energiepolitik. Denn über diese nimmt man die Grünliberalen (glp) am stärksten wahr. Zumindest in meinem Umfeld. Obwohl die Diskussionsgrundlage in der Regel ähnlich war, kam ich über die Wochen zu einem mir noch nicht bewussten Schluss: Ich bin in diesem Zusammenhag eine Optimistin mit unerschütterlichem Glauben in die Menschheit.

Eine Musterdiskussion und die Geschichte mit dem Wein

Mein Gegenüber: „Ich finde es ja schon gut, dass wir die Ressourcen schonen. Es kann wirklich nicht mehr so weitergehen. Die fossilen Brennstoffe gehen zur Neige und die Gletscher in der Schweiz schmelzen immer schneller. Aber schau doch mal, was in anderen Ländern passiert! Dort wird der Abfall vor dem Haus verbannt, Atomkraftwerke sind im Einsatz und Kohlekraftwerke werden geplant…. Was können wir als kleine Schweiz hier schon ausrichten?“

Ich: „Stell dir vor, alle würden so denken wie du. Es würde sich nie was ändern. Einer muss den Anfang machen. Und übrigens: Den haben nicht wir gemacht. In Dänemark wurde der Entscheid, erneuerbare Energien zu fördern, bereits in den 80er Jahren gefällt. Und viele zogen nach. Rund um die Welt stellen die Staaten fest, dass sie entweder unabhängiger vom Öl werden, oder ihr Land von schädlichen Umwelteinflüssen schützen wollen. Es gibt rund um den Erdball Konzepte und Ziele, die Energiewende im jeweiligen Land herbeizuführen.“

Mein Gegenüber: „genau. Konzepte und Richtwerte. Haben die Staaten die Klimaschutzziele vom Pariser Abkommen jemals erreicht?“

Ich: „Nein, soweit ich weiss, hat kein Land die Ziele bisher erreicht. Aber zumindest ein Drittel der Länder hat signifikante Verbesserungen erzielt (was stimmt, wie eine kurze Google Recherche zeigte).“

Mein Gegenüber: „und sowieso sind erneuerbare Energien viel teurer…“

Die Sache mit dem Wein…

Ich: „Kennst du die Geschichte vom Fest, bei dem jeder eine Flasche Wein mitbringen sollte. Der Wein sollte dann in ein Fass geschüttet werden, damit alle davon trinken können. Weil Wein teuer war, dachte einer, er bringe eine Flasche Wasser mit. Eine Flasche Wasser in 100 Flaschen Wein, das würde schon nicht auffallen. Als die Flaschen alle in das Fass geleert waren und dieses angezapft wurde, floss daraus reines, klares Wasser.

Jede/r kann doch im Rahmen seiner Möglichkeit etwas beitragen. Beispielsweise das Licht in den Räumen ausschalten, in denen man sich nicht aufhält. Das kostet auch nichts.“

Das Glücksprinzip

Heute, als ich mal wieder alle Kanäle checkte, ihr wisst schon – wegen dem etwas verpassen und so – las ich diesen Tweet vom Dalai Lama und dachte „ja genau. An das glaube ich aus ganzem Herzen. Daran, dass auch eine/r alleine einen Unterschied machen kann.“

Sinngemäss übersetzt: “ Die Basis der Menschlichkeit ist Mitgefühl und Liebe. Deshalb können Menschen, die versuchen in innerem Frieden und mit Freude zu leben, verantwortungsbewusst und gutherzig mit anderen umgehen, einen positiven Einfluss auf ihr Umfeld haben. Auch wenn sie nur wenige sind.“

Denn es ist doch bei vielen Dingen so: Wenn alle eine Flasche Wasser mitbringen – im übertragenen Sinn – sitzen wir schnell einmal auf dem Trockenen.

In dieser Beziehung bleibe ich einfach ein Optimist. Ich glaube wirklich daran, dass jedes Individuum mit seinem Verhalten etwas bewirkt. Etwas, das keine Wellen schlägt, mit anderen kleinen Wellen jedoch Grosses bewegen kann. Vielleicht mag ich deshalb den Film das Glücksprinzip so gern, obwohl das Happy End auch traurig ist.

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