Die Fragen von smarvote.ch und meine Antworten dazu

1Rentenalter
Wegen unser stetig steigenden Lebenserwartung ist auch die Anhebung des Rentenalters unumgänglich
2Der Kanton Bern hat eine Kürzung der Sozialhilfebeiträge beschlossen. Befürworten Sie dies?
Eher ja

Sozialhilfe ist eine Nothilfe, die nur möglichst kurze Zeit in Anspruch genommen werden soll. Deshalb sollen starke Anreize geschaffen werden, um von der Sozialhilfe unabhängig zu werden. Eine Kürzung der Beiträge kann eine Massnahme dazu sein. Ich befürworte zudem klar, dass jemand, der/die Sozialhilfe nicht in Anspruch nehmen muss, nicht schlechter gestellt ist, als jemand, der die Sozialhilfe benötigt.

3Würden Sie die Einführung von kantonalen Ergänzungsleistungen für Familien mit tiefen Einkommen begrüssen?
Eher nein

Ergänzungsleistungen sind keine Lösungen, sondern eine Symptombekämpfung. Der Ausbau der Ergänzungsleistungen kann nicht das Ziel sein.

4Eine eidgenössische Volksinitiative fordert einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von vier Wochen. Befürworten Sie dieses Anliegen?
Eher ja

Ich befürworte keinen Vaterschafts- und Mutterschaftsurlaub, sondern ein "Elternurlaub", bei dem werdende Eltern selbst entscheiden können, wer den "Urlaub" zu welchen Teilen bezieht. So wie es dem gelebten Familienmodell am Besten entspricht.

5Befürworten Sie die Kürzung der kantonalen Beiträge an Behinderteninstitutionen um 1,7% bzw. 6,4 Mio. CHF im Rahmen des Entlastungspakets 2018?
Eher nein

Das ist eine schwierige Frage. Potential für Sparmassnahmen gibt es wohl in allen Institutionen, aber 1.7 Prozent war viel.

6Unterstützen Sie die Kürzung der kantonalen Beiträge an die Verbilligung der Krankenkassenprämien um 26 Mio. CHF?
Eher ja

Prämienverbilligung ist eine versteckte Sozialhilfe. Es kann nicht das Ziel sein, dass der Staat das Problem der stetig steigenden Prämien mit Zuschüssen löst. Das Problem muss an einer anderen Stelle angegangen werden.

7Soll der Kanton Bern bei der Spitalplanung mehr Kompetenzen erhalten, um Spitäler mit geringen Fallzahlen schliessen zu können?
Eher ja

Ja, aber: Die Notfallbehandlung muss immer gewährleistet sein. Auch wenn man in ländlichen Gebieten wohnhaft ist.

8Sollen alle Schulen im Kanton Bern obligatorisch als Tagesschulen mit integriertem Betreuungsangebot geführt werden?
Nein
Tagesschulen sollen dort angeboten werden, wo ein ausreichendes Bedürfnis besteht.
9Finden Sie es richtig, wenn Schulen Dispense aus religiösen Gründen für einzelne Fächer oder Veranstaltungen bewilligen (z.B. Turn/Schwimmunterricht, Schullager oder Sexualkundeunterricht)?
Nein
10Befürworten Sie den an Berner Schulen beschlossenen Lehrplan 21?
Ja
11Befürworten Sie den vorgezogenen Fremdsprachenunterricht (Frühfranzösich ab dem 3. und Frühenglisch ab dem 5.Schuljahr) an Berner Schulen
Eher Ja
12Soll sich der Kanton Bern finanziell an der Olympiakandidatur "Sion 2026" beteiligen?
Nein
13Gemäss dem Konzept der integrativen Schule werden Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen grundsätzlich in regulären Schulklassen unterrichtet. Befürworten Sie dies?
Eher Ja

…wenn es für die betroffenen Kinder einen Mehrwert bietet. Manche Kinder könnten in Kleinklassen mehr profitieren.

14Würden Sie die Einführung eines Verhüllungsverbots ("Burkaverbot") im Kanton Bern befürworten?
Nein
15Sind Sie für die konsequente Trennung von Staat und Kirche im Kanton Bern?
Ja
16Soll in der Berner Kantonsverwaltung bei Kaderstellen eine Geschlechterquote von mind. 35% eingeführt werden?
Eher Ja

Bei dieser Frage frage ich mich, weshalb die Geschlechterquote exklusiv für die Berner Kantonsverwaltung zur Debatte steht. Gewisse Quoten, so negativ behaftet das Wort auch ist, wäre in allen Sektoren sinnvoll.

17Eine eidgenössische Initiative fordert, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften heterosexuellen Ehen vollkommen gleichgestellt werden. Befürworten Sie dieses Anliegen?
Ja
18Soll der Kanton Bern die elektronische Stimmabgabe bei Wahlen und Abstimmungen (E-Voting) flächendeckend einführen?
Ja
19Durch Digitalisierung und Automatisierung werden viele Arbeitsplätze gefährdet. Soll der Kanton Bern betroffene Personen durch die Fianzierung von Umschulungen und Weiterbildungen verstärkt unterstützen?
Eher ja

Egal aus welchen Gründen Arbeisplätze gefärdet sind, das Ziel muss sein, dass die Menschen im Arbeitsprozess verbleiben. Das muss auch im Sinne der Politik sein.

20Der Wettbewerb in verschiedenen Branchen wurde durch Online-Vermittlungsdienste (z.B. Airbnb, booking.com, Uber) verschärft. Sollten diese Dienste vom Staat strenger reguliert werden?
Eher Nein

Eine strengere Regulation ist nicht nötig. Aber es muss gewährleistet sein, dass für alle Wettbewerbsteilnehmer gleich lange Spiesse, sprich die selben Gesetze und Auflagen, gelten.

21Soll die Netzneutralität (gleichberechtigte Datenübertragung aller Angebote im Internet) per Gesetz verankert werden?
Ja
22Sollte die Vermittlung digitaler Kompetenzen (IT- und Programmierkenntnisse) bereits auf der Primarschulstufe gegenüber anderen Fächern deutlich gestärkt werden?
Ja
23Soll die Finanzierung von Parteien sowie von Wahl- und Abstimmungskampagnen vollständig offengelegt werden müssen?
Ja
24Eine eidgenössische Volksinitiative fordert eine Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Befürworten Sie dieses Anliegen?
Nein
25Hat für Sie die eigenständige Begrenzung der Zuwanderung Priorität gegenüber dem Erhalt der Bilateralen Verträge mit der EU?
Nein
26Soll der Kanton Bern sein aussenpolitisches Engagement (z.B. in der Entwicklungszusammenarbeit oder internationalen Partnerschaften) weiter ausbauen?
Eher ja

Ausserpolitische Aufgaben sind grundsätzlich Aufgabe des Kantons. Wo ein Engagement des Kantons sinnvoll ist, soll er dieses im Rahmen seiner Möglichkeiten wahrnehmen.

27Soll die Schweiz das Schengen-Abkommen mit der EU kündigen und wieder verstärkte Personenkontrollen direkt an der Grenze einführen?
Eher nein

Das Schengen-Abkommen öffnete zahlreichen unseriösen Arbeitgebern eine Tür in den Schweizer Arbeitsmarkt - zu Ungunsten der lokalen Anbieter. Da gilt es zu handeln. Das Abkommen zu kündigen, ist jedoch nicht die Lösung.

28Soll der Konsum von Cannabis sowie dessen Besitz für den Eigengebrauch legalisiert werden?
Eher ja

Eine Anpassung des Betäubungsmittelgesetzes, welche den Cannabiskonsum liberalisiert und den Vertrieb sowie Handel mit Cannabis unter Auflagen erlaubt, unterstütze ich. Von einer Cannabis-Steuer könnte bspw. auch die AHV profitieren, ähnlich wie bei den Steuern auf Alkohol und Tabak.

29Braucht es zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit eine stärkere sichtbare Präsenz der Polizei?
Nein
30Befürworten Sie die vermehrte Auslagerung von polizeilichen Aufgaben an private Sicherheitsdienste (z.B. Securitas)?
Nein
31Würden Sie einen Ausbau der Videoüberwachung (z.B. an Bahnhöfen, Schulen, in Unterführungen) begrüssen?
Eher ja
32Würden Sie es begrüssen, wenn die Schweizer Justiz generell härtere Strafen verhängen würde?
Eher nein

Die Frage ist: Für welche Delikte? Sprechen wir von Mord oder Ladendiebstahl?

33Würden Sie es befürworten, wenn Ausländer/innen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben, das kommunale Stimm- und Wahlrecht erhalten würden?
Eher ja

Ob Ausländer/-innen, die seit zehn oder mehr Jahren in der Schweiz leben, das kommunale Stimm- und Wahlrecht erteilt, sollen die Gemeinden selbst entscheiden können.

34Soll der Kanton Bern zusätzliche Standplätze für ausländische Fahrende zur Verfügung stellen?
Eher nein
35Soll sich der Kanton Bern stärker – auch finanziell – für die Integration der Ausländerinnen und Ausländer einsetzen?
Eher ja

Insbesondere die Integration in den Arbeitsmarkt ist wichtig. Sowohl für unsere Wirtschaft, wie auch für unseren Sozialstaat.

36Soll sich der Kanton Bern für die Lockerung der Arbeitsbewilligungspraxis für Asylsuchende einsetzen?
Ja
37Sollen die Anforderungen bei Einbürgerungen erhöht werden (z.B. bezüglich Sprachkenntnisse, gesellschaftliche Integration)?
Eher nein
38Sollen die Steuern für natürliche Personen im Kanton Bern gesenkt werden?
Eher ja
39Würden Sie eine Lockerung der Schuldenbremse im Kanton Bern befürworten?
Nein
40Im Rahmen der Steuergesetzrevision 2019 möchte der Kanton Bern die Gewinnsteuern für Unternehmen von 21.64% (heute) auf 18.71% (2020) senken. Befürworten Sie dieses Anliegen?
Ja
41Soll der Kanton Bern die finanzielle und sonstige Förderung von Unternehmensgründungen (Startups) ausbauen?
Eher ja

Der Kanton Bern soll die Unternehmensgründung grundsätzlich mit vorteilhaften Rahmenbedingungen fördern. Eine Anschubfinanzierung für gewisse Unternehmen kann sinnvoll sein.

42Würden Sie die Einführung eines für alle Arbeitnehmenden gültigen Mindestlohnes von 4'000 CHF (für eine Vollzeitstelle) befürworten?
Nein
43Soll sich die kantonale Wirtschaftsförderung verstärkt auf Projekte in den Agglomerationen und Städten konzentrieren?
Nein

Auch in ländlichen Gebieten ist die Wirtschaft wichtig. Das rufe ich gerne gebetsmühlenartig in Erinnerung.

44Befürworten Sie eine vollständige Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten (Festlegung nach freiem Ermessen unter Berücksichtigung des Arbeitsgesetzes)?
Eher ja
45Eine Initiative fordert, dass für importierte Nahrungsmittel umwelt- und tierfreundliche Standards sowie faire Arbeitsbedingungen eingehalten werden müssen. Befürworten Sie diese Initiative?
Eher ja

Grundsätzlich sollen für importierte Güter die gleichen Vorschriften und Regelungen gelten, wie für in der Schweiz hergestellten produkte.

46Würden Sie eine vollständige Privatisierung der Bernischen Kraftwerke (BKW) befürworten?
Eher nein
47Soll sich der Kanton Bern stärker für den Erhalt des Service-Public-Angebots (z.B. Poststellen, ÖVVerbindungen) in den ländlichen Gemeinden einsetzen?
Eher ja

Wie die Wirtschaft, ist in ländlichen Gebieten auch ein Service Public wichtig. Das rufe ich gerne gebetsmühlenartig in Erinnerung.

48Befürworten Sie eine Lockerung der Schutzbestimmungen für Grossraubtiere (Luchs, Wolf, Bär)?
Nein
49Würden Sie eine Lockerung des Raumplanungsgesetzes befürworten, so dass mehr Bauten ausserhalb der eigentlichen Bauzonen erstellt werden könnten?
Eher nein
50Soll der Kanton Bern den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft stärker beschränken?
Ja
51Soll sich der Kanton Bern stärker für die Vision einer 2000-Watt-Gesellschaft einsetzen und dazu verbindliche Massnahmen (z.B. Gebäudevorschriften oder Lenkungsabgaben) ergreifen?
Ja
52Sollen für den Bau und den Ausbau von Wind-, Solar- und Wasserkraftwerken die Vorschriften des Umwelt- und Landschaftsschutzes gelockert werden?
Eher nein
53Welche Prioritäten würden Sie beim Kantonsbudget setzen? In welchen der folgenden Bereiche würden Sie mehr, gleich viel oder weniger ausgeben?
Allgemeine Kantonsverwaltung: Weniger
Gesundheit: Gleich viel
Soziale Wohlfahrt: Weniger
Bildung: Gleich viel
Strassenbau und -unterhalt: Gleich viel
Öffentlicher Verkehr: Mehr
Polizei und Justiz: Gleich viel
Kultur: Gleich viel

Die Grünliberalen glp

Die Grünliberalen stehen für sachorientierte Politik; Konsens statt Nonsens, wie man so schön sagt. Wir politisieren mit der Vision einer liberalen Schweiz, in der sich Wohlstand, Innovation und intakte Natur vereinbaren lassen.


Meine politischen Positionen und Ziele für den Grossen Rat

Als junger berufstätiger Mensch ist mir besonders wichtig, dass der Kanton Bern ein attraktiver Arbeits- und Lebensort ist. Damit Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen und erhalten bleiben, braucht unsere Wirtschaft gute Rahmenbedingungen, sie braucht einen einfachen Zugang zum Markt, ohne viel Bürokratie. Nicht minder wichtig ist für mich eine faire Gesellschaft, in der Eigenverantwortung und Gleichstellung gross geschrieben sind. Zeitgemässe und durchdachte Infrastruktur wie Verkehrswege oder Schulen sind sowohl für Unternehmen wie Privatpersonen wichtig.
Spätestens an diesem Punkt wird Politik richtig spannend. Denn hier greifen verschiedenste Themenfelder ineinander. Gleichstellung in Lohnfragen sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf dürfen beispielsweise nicht nur von einer Seite betrachtet werden. Und bedenkt man, wie wichtig uns ein Leben in intakter Umwelt ist, befinden wir uns schon Spannungsfeld Wirtschaft - Gesellschaft - Umwelt. Dort drin will ich mich als Grossrätin bewegen und Lösungen miterarbeiten –für eine Zukunft, in der wir gerne leben und arbeiten.


Politische Mandate

Mitglied des Grossen Rat Kanton Bern
Mitglied der Kommission für Staatspolitik und Aussenbeziehungen
Vizepräsidentin der Grünliberalen Seeland