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Unterwegs im Gestern und Heute

Ratshausbesuch junge grünliberale glp mit Michael Köpfli
Unterwegs im Rathaus
28. November 2017
Videodreh Grossrat Michel Rudin Grossratskandidatin Barbara Stucki Fabio Huwyler huwy vor dem Rathaus
Unterwegs in den Wahlkampf
15. Januar 2018

Ich gehöre zu der sogenannten Generation Y. Geboren im Jahr 1988. Ich wurde mitten in das Zeitalter der Digitalisierung hineingeboren. In diesen zukunftsgerichteten Sog, der uns glauben lässt, dass alles möglich ist. Als ich geboren wurde, wurde das Familienrecht revidiert und die Frauen den Männern rechtlich gleichgestellt. Ich bin mit der Selbstverständlichkeit aufgewachsen, alles werden zu können, was ich möchte, wenn ich nur hart genug dafür arbeite. Die Zukunft gehöre uns, wurde uns gesagt.

Es geht immer vorwärts, oder doch nicht?

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich in meinem Leben vorwärts hetze. Ich lese Zeitungsberichte, Facebook-Beiträge, google Antworten auf meine Fragen, checke Mails und die neusten Tweets. All das, mit der ständigen Angst, etwas Wichtiges zu verpassen und dann nicht mehr Schritt halten zu können.
Die Welt dreht sich immer schneller und ein Wandel folgt dem Nächsten. Irgendwo geht es immer vorwärts, so scheint es. Und so gehe, ja renne ich mit bis ich bemerke, dass es irgendwo klemmt und nicht mehr in die gewünschte Richtung geht.

Zukunft braucht auch alten Plunder

In der Politik gehöre ich noch zu den jüngeren Akteuren. Die Zukunft gehört uns, sagt man. Es werde auf uns gebaut, hörte ich. Ja, die Zukunft ist es, die wir alle brauchen. Aber meiner Erfahrung nach braucht Zukunft die Herkunft. Zukunft braucht ein Fundament und starke Wurzeln, wenn sie bis zu den Sternen reichen will.

Ich nenne als eines meiner Hobbys immer das Lesen. Seit dem Grundschulalter, das war eine Zeit vor Google, habe ich eine Schwäche für Geschichte. Die alte Hochkulturen der Römer, Azteken und Ägypter, die Entstehung der Menschheit, später auch der zweite Weltkrieg oder die 68er-Bewegung… ich las während der Schulzeit fast alles historische, was mir in unserer Schulbibliothek die Finger kam. „Dass du dich für so alten Plunder interessierst?!“, sagte mein Vater mal lachend, als ich von meiner ersten Romreise nach Hause kam und begeistert von den Ruinen des alten Römischen Reiches schwärmte.

Den Blick zurück

Ja, der alte Plunder interessiert mich bis heute, denn ich stellte im Erwachsenenleben bald einmal fest, dass die Vergangenheit das Heute mehr beeinflusst, als es vielleicht den Anschein hat. Gerade bei Konflikten lohnt sich der Blick zurück. Weshalb handelt und denkt die eine Seite so und die andere so ganz anders? Warum versteht jemand meine Ansichten nicht? Die Antwort ist manchmal offensichtlich wenn man einen Blick zurück wirft und fragt „Was ist früher im Zusammenhang mit diesem Thema passiert?“

In unserer zukunftsgerichteten, immer schneller drehenden Welt wird Geschichte und Herkunft immer wichtiger, so scheint mir. Sie gibt Halt, sie erklärt und sie bringt uns damit wieder weiter. Weiter in eine Richtung, die für uns stimmt. Herkunft, das ist für mich meine eigene Familie(ngeschichte), das sind aber auch sorgfältig aufbewahrte Zeitzeugnisse und Werke.

Gerade die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr eignete sich toll, um wieder einmal in alten Zeiten zu schwelgen, Geschichten über das Leben früherer Generationen weiterzuerzählen oder auch wieder einmal einen Nachmittag im Museum zu verbringen. Dort entstand auch das Foto mit Albert Einstein – Ende Dezember im Historischen Museeum von Bern.

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